5 einfache Regeln, wie Du sicher und erfolgreicher investierst

In diesem Beitrag lernst Du welche Kosten in Versicherungsprodukten und Investmentdepots sowie Investmentfonds enthalten sind.
Erfahre auch warum Lebens- und Rentenversicherungen fast immer mit Dynamiken verkauft werden.


1.Regel: Achte auf die Kosten

In diesem Beitrag möchte ich auf zwei Ebenen eingehen. Zum einen auf die Ebene der Versicherungen und zum anderen auf die Ebene der Investmentdepots.

Kosten beim Abschluss von Versicherungen

Abschlusskosten
Beim Abschluss einer Versicherung investierst Du direkt zu Beginn in die Abschlusskosten. Die Abschlusskosten bemessen sich beim Versicherer nach der sogenannten Beitragssumme oder auch Bewertungssumme. Diese bemisst sich wie folgt:

Dein Beitrag    x   Zahlungsweise    x    Jahre    =    Summe

Ein einfaches Beispiel:
Du investierst 200 € im Monat. Das sind 12 Raten im Jahr über 30 Jahre. Das macht in Summe 72.000 €. Darauf berechnet der Versicherer in der Regel 2,5 % Abschlusskosten. Das sind in diesem Fall 1.800 €.
Das fiese dabei: Je höher der Beitrag ist, umso höher auch die Abschlusskosten.

Der Umsatzturbo für Vermittler von Versicherungen:

Es gibt einen guten Grund, warum Du eine Dynamik abschließen solltest, denn mit jeder Beitragsdynamik verdient der Vermittler eine neue Abschlussprovision.

Nehmen wir das Beispiel mit unseren 200 €.
Die 5 % Dynamik wären 10 € im Monat, das mal 12 sind 120 € mal 29 Jahre, die noch zu zahlen sind.
Das ergibt 3.480 €. Diese Summe bei 2,5 % bedeutet 87 € neue Abschlusskosten.
Dafür, dass Du nichts gemacht hast und der Vermittler neue Abschlussprovision bekommt.

Das Ganze läuft jetzt Jahr für Jahr weiter, bis Du zum Ende des letzten Jahres kommst.
Da tun sich einige Kosten auf, die Du Dir mit dem Abschluss einer Dynamik sparen kannst.

Verwaltungskosten

Ein weiterer Punkt sind die Verwaltungskosten. Hier muss man differenzieren. Es gibt Grundkosten, die auf der Versicherungsebene anfallen wie z.B. die Stückkosten. Und es gibt die Kosten auf das verwaltete Kapital.

Mit der Dynamik, die Du jedes Jahr annimmst, steigt auch das Kapital, was verwaltet werden muss. Das heißt, diese Verwaltungskosten steigen ab einem gewissen Zeitpunkt überproportional an.

Gesamtkostenquote – TER

Außerdem gibt es bei den Fondsgesellschaften Kosten auf der Kapitalanlagekostenebene. Jeder Fonds hat eine sogenannte Gesamtkostenquote, eine TER, das Total Expense Ratio. Diese Gesamtkostenquote beläuft sich im Schnitt zwischen 1,3 und 1,8 % pro Jahr.

Performance Fee

Hinzu kommen Kosten, die Du vorher nicht siehst: die Performance Fee Gebühren. Wenn der Fondsmanager eine gewisse Grenze überschreitet, bekommt er eine Bonifikation gezahlt. Das gilt für gute sowie in schlechten Zeiten. Das bedeutet: Der Fondsmanager hat einen Referenzwert wie z.B. den MSCI World und versucht, diesen zu übertreffen.

Erwirtschaftet der MSCI World 10 % in einem Jahr und der Fonds 12 %, bekommt der Fondsmanager eine Beteiligung an diesen 2 %. Fällt der Markt um 10%, der Fonds aber nur um 8 %, bekommt der Fondsmanager auch hier eine Bonifikation. Daran siehst Du: Performance Fee Gebühren sind für Dich nicht kalkulierbar.

Risikokosten

Zudem gibt es die Risikokosten. Diese sind bei einer reinen Lebens- oder Rentenversicherung relativ überschaubar. Für die Vollständigkeit möchte ich sie jedoch erwähnen.

Kosten beim Abschluss von Investmentdepots

Depot Grundgebühr 

Auf der Ebene von Investmentdepots gibt es zunächst die Depot Grundgebühr. Diese liegt je nach Depotbank zwischen 0 und 60 € pro Jahr.

Ausgabeaufschlag

Für den Kauf von Investmentfondsanteilen fallen Ausgabeaufschläge an. Der Ausgabeaufschlag liegt zwischen 2 und 5 % Deiner Sparsumme oder Deiner Investitionssumme. Diese Gebühren fließen direkt an die Bank oder an den Vermittler, der Dir das Produkt verkauft. Entweder zahlst Du den Ausgabeaufschlag monatlich oder es wird im Vorfeld eine Summe für die Vermittlung vereinbart. Dafür entfällt im Gegenzug der Ausgabeaufschlag.

Gesamtkostenquote – TER

Dann gibt es noch die sogenannten TER Kosten, auch bei den normalen Investmentdepots. Auch hier gilt es, zu berücksichtigen, es gibt eventuell Kickback-Provisionen. Diese Kickback-Provisionen bekommt der Verkäufer oder die Versicherung zusätzlich. Die Kickback-Provisionen berechnen sich nach dem Fondsvermögen und betragen zwischen 0,3 und 0,8 %.

Transaktionskosten

Zudem fallen beim Abschluss eines Investmentdepots Transaktionskosten an. Je nachdem, ob Du Dein Depot online führst oder per Auftrag – sprich, Du machst ein Auftrag per Fax oder per Brief – fallen unterschiedliche Kosten an. Das kannst Du jeweils dem Preisleistungsverzeichnis Deiner Depotbank entnehmen.

Servicegebühr

Hast Du einen Vermittler oder Berater, fallen natürlich noch Servicegebühren an. Die Servicegebühren liegen im Markt zwischen 1 und 1,5% inklusive Mehrwertsteuer.

 Kosten sparen mit Exchange-Traded Funds

Es gibt eine Möglichkeit, die Gesamtkostenquote deutlich zu senken. Die aktiven Fonds haben Durchschnittskosten von rund 1,5 % pro Jahr. Du kannst diese Kosten reduzieren, wenn Du ETFs nutzt, also exchange-traded Funds.

Diese ETFs kosten zwischen 0,07 und 0,5 % pro Jahr. Das heißt, auf dieser Ebene kannst Du ca. 1 bis 1,5 % Kosten sparen, wenn Du Dich an einem ETF orientierst. Was genau ETFs sind, warum sie auch nachteilig sind, erzähle ich in einem späteren Beitrag.

2. Regel: Beachte deine persönliche Risikoneigung

Es ist enorm wichtig, dass die Anlage zu Deiner persönlichen Risikoneigung passt. Es gibt viele Menschen, die fondsgebundene Rentenversicherungen mit bis zu 100% Aktienquote besitzen, obwohl sie es persönlich nicht verkraften können.

Ich hatte vor längerer Zeit ein Paradebeispiel dafür: eine fondsgebundene Rentenversicherung eines großen deutschen Versicherers mit 100% Aktienquote über alle Fonds innerhalb der Versicherung.

Die Risikoprofilierung beim Kunden ergab, dass eine Risikotragfähigkeit von maximal 65% gegeben ist. Das bedeutet, er hat etwa 35% über seinem eigentlichen Niveau investiert. Das führt natürlich dazu, dass er bei gewissen Konstellationen im Markt in Nervosität verfällt.

Daher ist es ganz wichtig, Deine persönliche Risikoneigung zu ermitteln und Deine Anlage darauf abzustimmen. Natürlich muss man ganz klar sagen: Wenn Du weniger in Aktien investierst, hast Du auch weniger Ertrag am Ende des Tages.

Aber die entscheidende Frage ist: Gehst Du lieber mit einer kontinuierlichen Wertsteigerung ins Ziel oder mit einer Berg- und Talfahrt? Schwankungen sind völlig in Ordnung, es ist nur das Problem, wie wir im Kopf damit umgehen.

Ertrag von mindestens 2 % im Jahr

Bei der Risikoneigung gibt es eine zentrale Regel. Achte darauf, dass der Ertrag mindestens 2% im Jahr nach Kosten beträgt. Denn die statistische Inflation beträgt 2 % pro Jahr und es ist wichtig, diese auszugleichen.

Viele legen bewusst Geld in Versicherungen an, weil sie das Risiko meiden wollen, aber verschenken damit sehr viel Kapital. Daher ganz klar noch einmal der Hinweis, dass investieren nichts mit spekulieren zu tun hat.

3. Regel: Investiere langfristig

Investiere nur das Geld, was Du wirklich langfristig – mindestens zehn Jahre – entbehren kannst. Es ist nachgewiesen, dass die Wahrhscheinlichkeit eines Verlustes bei einem Investment über zehn Jahre bei fast 0% liegt.

Das heißt, die Wahrscheinlichkeit, dass Du mit einem positiven Ergebnis nach Hause gehst, liegt bei knapp 100%. Das kann sich doch sehen lassen, oder?

4. Regel: Investiere so, dass es transparent und nachvollziehbar ist

Eine weitere goldene Regel ist: Investiere nur in Bereiche, die für Dich völlig transparent und nachvollziehbar sind. Gerade in den letzten Jahren sind so viele Möglichkeiten aufgekommen, wo Du Dein Geld investieren kannst. Seien es Windparks, Kryptowährungen, Goldsparpläne und ähnliches.

Achte bitte darauf, wenn Du Dich in einem Bereich beteiligst, dass dieser auch komplett reguliert ist. Wenn der Bereich von der Aufsichtsbehörde nicht reguliert ist, läufst Du Gefahr, Dein Geld komplett zu verlieren.

Es gab in der Vergangenheit sehr viele Investitionsmöglichkeiten, bei denen die Anleger ihr Geld verloren haben. Sei es S&K, die BWF-Stiftung, in Berlin oder auch Prokon.

Sorge dafür, dass Du jegliche Informationen bekommst. Recherchiere bei Google nach  Erfahrungen mit bestimmten Unternehmen oder Anlagen, die Dich interessieren. So bekommst Du einen guten Überblick über die Bereiche, die Du Dir vornehmen möchtest. 

Investiere so, dass Dein Geld schnell wieder verfügbar ist

Binde Dein Kapital nicht an Produkte, bei denen eine Kündigungsfrist von einem Jahr und mehr hinterlegt ist. Optimalerweise hast Du eine Anlage, bei der Dein Geld innerhalb von wenigen Tagen auf Deinem Girokonto gutgeschrieben ist.

5. Regel: Mache ein regelmäßiges Reporting

Schaue Dir an, was deine Anlage konkret im Verhältnis zu dem eingegangenen Risiko erwirtschaftet. Stelle dabei auch Deine unterschiedlichen Anlagen und Strategien ins Verhältnis.
Gehe sicher, dass Du Deine Anlagen klug und sinnvoll investierst, damit Du Vermögen aufbaust und nicht verringerst.

In diesem Sinne, wünsche ich Dir eine erfolgreiche Zeit, gute Anlageergebnisse und bleibe gesund!

Viele Grüße aus Ahaus,

Dein
Sven Stopka

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