Die Wahrheit über das deutsche Finanzsystem

Ich selbst bin nicht in einem vermögenden Haushalt aufgewachsen und habe mich immer gefragt, wie man es schaffen kann, ein Vermögen aufzubauen, um das Leben wirklich genießen zu können und nicht im Mangel leben zu müssen. So habe ich 2006 angefangen, in der Finanzbranche zu arbeiten und bin durch einige Stationen gegangen. Ich verkaufte Autoversicherungen, Haftpflichtversicherungen, Hausratversicherungen und widmete mich intensiv dem großen Thema der Altersvorsorge. Ich habe viele Altersvorsorgeverträge abgeschlossen und irgendwann war der Punkt erreicht, an dem der erste Kunde kam und sagte: „Du Sven, das, was ich hier gemacht habe, ist das überhaupt sinnvoll und richtig für mich?“. Das hat mich innehalten lassen.

Ich musste mich in diesem Moment entscheiden: gebe ich einen ehrlichen Rat und verzichte damit auf eigenen Gewinn oder verleugne ich mich, um wirtschaftliche Vorteile zu gewinnen? Du fragst Dich jetzt, warum wirtschaftliche Vorteile? Ganz einfach: In Deutschland dominiert das Provisionssystem. Das Provisionssystem verleitet Menschen dazu, zu glauben, sie hätten eine kostenlose Beratung erhalten und der Anbieter wird dem Verkäufer eine angemessene Provision bezahlen. Diese Provisionen, sowie die Kosten der Anbieter, sind aber häufig höher als Du Dir vorstellen kannst.

Kommt es beispielsweise dazu, dass eine Rentenversicherung von 200 Euro im Monat auf 150 oder 100 Euro reduziert wird, muss der Verkäufer eine anteilige Provision an den Anbieter zurückzahlen. Daher tun sich sehr viele in der Branche schwer, den Kunden eine richtige und ehrliche Meinung an die Hand zu geben, weil sie diese wirtschaftlichen Nachteile fürchten. Mir war es aber wichtiger, meinen Kunden das Gefühl zu geben, bei mir gut aufgehoben zu sein und eine richtige Entscheidung treffen zu können. So habe ich für eine korrekte Antwort an den Kunden wirtschaftliche Nachteile für mich in Kauf genommen.

Meine berufliche Wende

Dann kam das Jahr 2013 und mein Bruch mit der Branche. Die Situation ist recht einfach erklärt.
Ich hätte mit einer Unterschrift einen Provisionserlös von 35.000 Euro verdienen können. Das Geschäft habe ich nicht gemacht, das hast Du vielleicht schon herausgehört.
Denn es ist wie mit dem Apfel im Paradies – es ist sehr verführerisch, aber ich wollte und musste dieser Versuchung widerstehen.
Denn es gab einen inneren Wert, der mir sagte, das kannst du nicht tun. Ich hätte mit einer Unterschrift mehr verdienen können als andere Menschen in einem ganzen Jahr und es wäre nur die Spitze des Eisberges gewesen, denn die Provisionskosten für den Verkäufer sind nur der kleinste Teil des Ganzen. Es kommen noch sehr viele Kosten hinzu, die man im ersten Moment nicht sieht. Sei es beispielsweise die Kapitalanlagekosten, die Risikokosten, die Stückkosten und und und. Darauf gehe ich in den nächsten Episoden genauer ein. Das war der Punkt, an dem ich sagte: „Bis hierhin und nicht weiter.“

Ein neues Gesetz bringt neue Möglichkeiten

2015 war der Gesetzgeber soweit, dass er das Honorarfinanzanlagenberatergesetz auf den Weg brachte. Dieses Gesetz hat dazu geführt, dass eine neue Berufsbezeichnung geschaffen wurde: der Honorarfinanzanlagenberater. Diese Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt. Das heißt, nicht jeder darf sich Honorarfinanzanlagenberater nennen, ähnlich wie sich jemand nicht einfach Zahnarzt, Rechtsanwalt oder Notar nennen kann.
Die entsprechende Zulassung habe ich sofort beantragt.
Im Geschäftsgebiet der IHK Nord Westfalen war ich der erste sich so registriert hatte. Somit habe ich dem Provisionssystem den Rücken gekehrt.

Insgesamt gibt es mehr als 40.000 zugelassene Finanzanlagenvermittler in Deutschland, davon aber nur 193 unter dem geschützten Begriff „Honorarfinanzanlagenberater“.Mir persönlich ist es untersagt, Provisionen von Anbietern anzunehmen. Das wird jedes Jahr durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer geprüft und testiert. Du siehst schon an dieser großen Spanne, dass es eine enorme Kluft zwischen Provisionssystem und Honorarberatung gibt. Wie weit sich das in den nächsten Jahren aufbauen wird, kann man nur vermuten.

Ausblick auf meinen Finanzpodcast

Ich habe auch einen wöchentlichen Finanzpodcast zu diesem Thema, der Dir in 10-20 Minuten kompaktes Wissen sowie hilfreiche Tipps vermittelt, wie Du Deine Finanzen besser gestalten kannst.
Zu Beginn werde ich Soloepisoden veröffentlichen und mit der Zeit werden einige Interviewgäste hinzukommen, die sich bereits angekündigt haben.

Episode 1: „Warum die meisten Menschen in Deutschland kein Vermögen besitzen“

Es ist ein strukturelles Problem, dass wir nie lernen, mit Geld umzugehen und dadurch sind wir für die Finanzindustrie ganz einfaches Futter. Warum das so ist, erfährst Du in der ersten Episode.

Episode 2: „Die 5 häufigsten Fehler in der Finanzplanung“

Hast Du gewusst, dass die Finanzplanung oft an einer einzigen Absicherung scheitert, die weniger als 10 Euro im Monat kostet? Was das genau ist, sei gespannt.

Ich freue mich, Dich auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu begleiten!

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