Warum eine andere Denkweise beim Thema Versicherungen viel Geld und Ärger sparen kann

Wer kennt nicht die Situation, dass bestehende Versicherungen mit der Zeit auf Preis- und Leistungen rein aus dem Instinkt überprüft werden.
Der Weg führt häufig ins Büro des Vermittlers vor Ort oder an den Bildschirm zu Hause.

In einem aktuellen Fall ging es darum, dass ein Schaden von rund 300€ nicht bezahlt wurde. Der Betroffene hat einen Selbstbehalt mit dem Versicherer vereinbart und ärgerte sich im Nachhinein sehr und wollte nun folglich den Versicherer wechseln.
Nach eigener Aussage waren in der Vergangenheit alle Schadensfälle ohne Probleme bezahlt worden
Dazu muss man erwähnen, dass der Versicherer den Tarif mit einer Selbstbeteiligung fortgeführt hat wegen vieler keiner Schäden die in den letzten Jahren gemeldet wurden.

Fakt ist allerdings, dass die Versicherer Kleinstschäden nicht unbedingt gern bearbeiten. Dies merkt man in den letzten Jahren stark daran wenn man sich die Prämiengestaltung ansieht. Immer mehr Anbieter haben Schadenfreiheitsrabatte die bisher nur aus der Kfz Versicherung bekannt waren. Wurde kein Schaden gemeldet wird der Vertrag entsprechend günstiger eingestuft.
Wer häufig kleine Schäden einreicht riskiert sehr oft eine so genannte Sanierung des Vertrages oder erhält gleich eine ordentliche Kündigung des Versicherers zur nächsten Hauptfälligkeit.

Das Vorgehen bevor er zu mir als Versicherungsmakler kam

Der Betroffene besuchte einige Agenturen vor Ort. Diese sagten ihm, er sei gut versichert und sie würden an die Prämie nicht heran kommen.
Nach seinen Äußerungen warfen die Vermittler einen Blick in die Unterlagen und berechnet das Risiko bei sich im Hause.

Tipp:
 tipp
Fragen Sie immer genau nach was berechnet wurde und ob nur ein Versicherer oder mehrere berechnet wurden. Wenn die Aussage fällt,  dass mehrere Versicherer und Tarife verglichen werden fragen Sie immer nach der Anzahl der zu Grunde liegenden Anbieter.
In der täglichen Arbeit erzählen immer wieder Mandanten, dass sie bisher überall erfahren hatten das alles zu guten Konditionen versichert sei.
Doch was ist gut und was ist schlecht?

Wie ist der Betroffene weiter vorgegangen?

Nachdem einzelne Agenturen vor Ort besucht wurden sollte das Internet mit diversen „Vergleichsportalen“ weiterhelfen.
Auf diesen Seiten gab er ein paar Daten ein und bekam am Ende Prämien angezeigt. Doch zufrieden mit den gebotenen Informationen war er nicht.

Tipp:tipp
An dieser Stelle sei gesagt, dass diverse Versicherer an dem einen oder anderen „Vergleichsportal“ beteiligt sind. Zudem gibt es kein Vergleichsportal das alle möglichen Tarife im Markt in der Datenbank beinhaltet. Viele Versicherer wollen auf diesen Seiten mit ihren Tarifen nicht vertreten sein.
Die Vergleichsportale sind in der Regel als Versicherungsmakler registriert und erfüllen nicht den Service den Sie vor Ort von einem Versicherungsmakler bekommen.

Vertreter Versicherungsmakler Vergleichsportal
Interessensvertreter für den Kunden Nein, rechtlich auf Seite des Versicherers Ja, Sachwalter des Kunden Bedingt
Persönliche ausführliche Beratung Ja Ja Nein
Unterstützung im Schadensfall Ja Ja Nein
Verdienst Courtage oder Provision (Bestandteil der Prämie) Courtage oder Provision (Bestandteil der Prämie) Courtage oder Provision (Bestandteil der Prämie)
Möglichkeit vom Abschluss eines Nettotarifes In der Regel nicht möglich Ja, sofern der Makler dies anbietet Nein

Da dem Herrn seine Zeit kostbar war kam er über eine Empfehlung auf mich zu. Wir vereinbarten einen Termin und gingen alle Themen in Ruhe durch. Dazu gehörte eine detaillierte Analyse der Verträge und Bestimmung des Bedarfs der einzelnen Risiken. Dabei sind Punkte besprochen worden die ihm bisher völlig unbekannt waren.

Gleicher Vertrag mit zwei unterschiedlichen Berechnungen?

In der Regel sind die Provisionen bzw. Courtagen in den Beiträgen die vom Kunden zu entrichten sind bereits in den Beitrag des Tarifs einkalkuliert. Hierbei spricht man von einem Bruttotarif.

Bei einem Nettotarif bezahlt der Kunde den reinen Beitrag für das Risiko ohne den Anteil für Provisionen bzw. Courtagen.
Dies führt sehr häufig zu einer massiven Beitragsersparnis das folgendes Beispiel zeigt

Wohngebäudeversicherung: Baujahr 1975, 140 qm Wohnfläche, Plz: 48683 Ahaus, mit Einschluss von Elementarschäden

Beitrag Bruttotarif Beitrag Nettotarif
598,74€ 455,04€

Ersparnis: 143,70€

Beitrag Bruttotarif mit 500€ SB Beitrag Nettotarif mit 500€ SB
419,11€ 318,53€

Ersparnis: 100,58€

Im optimalen Fall ergeben sich bis zu 280,21€ (46,80%) Erpsarnis gegenüber dem Bruttotarif ohne Selbstbeteiligung. Und das bei identischen Leistungen!

Besonders fasziniert war der Mandant von der Möglichkeit eine überschaubare Selbstbeteiligung zu vereinbaren mit der Kombination eines Nettotarifs. Er war über die Gestaltungsmöglichkeiten so überrascht, dass er alle anderen Verträge nun auch in dieser Form gestalten möchte. Das sich diese Handlung für ihn finanziell auszahlt muss an dieser Stelle sicherlich nicht erwähnt werden.

Fazit: Nicht immer ist eine Selbstbeteiligung von Nachteil. Über die Jahre hinweg spart man sich einiges an Prämie und man fällt beim Versicherer nicht negativ auf. Viele Versicherer scheinen aktuell noch großzügig zu zahlen. Nur wird das über kurz oder lang einen Ausweg nehmen: Prämienerhöhung, Selbstbeteiligungen oder ordentliches Kündigungsrecht zur nächsten Hauptfälligkeit. Lassen Sie sich keine faulen Eier verkaufen. Mit der richtigen Gestaltung können Sie am Ende viel Geld und Ärger sparen.[2]

About Sven Stopka

Erster Honorar-Finanzanlagenberater in Ahaus und Umgebung. Geprüfter Fachwirt für Finanzberatung (IHK), Fachberater für Finanzdienstleistungen (IHK) und andere Qualifikationen kann er für sich verbuchen. Er hat ein großes Netzwerk an Experten und betreut Mandanten in ganz Deutschland.

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